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Grundwasser und Wasserhaltung: Bauen im nassen Boden.

In weiten Teilen Berlins und Brandenburgs steht das Grundwasser hoch, im Urstromtal teils nur zwei bis drei Meter unter der Oberfläche. Wer hier einen Keller baut, muss das Wasser während der Bauzeit beherrschen (Wasserhaltung) und den Keller dauerhaft dagegen abdichten.

Thorsten Richter, Inhaber und Geschäftsführer der Mister Hausbau GmbH
Autor: Thorsten RichterInhaber & Geschäftsführer der Mister Hausbau GmbH. Seit 2000 im Massivhausbau in Berlin und Brandenburg, über 6.000 Beratungsgespräche und 750 begleitete Bauvorhaben.

Woher Sie den Grundwasserstand kennen.

Die verlässliche Antwort liefert das Baugrundgutachten, das bei uns mit mindestens zwei Bohrungen im Baupreis enthalten ist. Der Geologe dokumentiert den angetroffenen Wasserstand und den zu erwartenden Bemessungswasserstand. Zusätzlich betreiben beide Länder Messstellennetze, deren Daten öffentlich einsehbar sind.

Wichtig ist der Bemessungswasserstand, nicht die Momentaufnahme: Nach nassen Wintern kann das Wasser deutlich höher stehen als am Tag der Bohrung. Statik und Abdichtung müssen auf den ungünstigen Fall ausgelegt sein.

Was Wasserhaltung bedeutet und kostet.

Reicht die Baugrube ins Grundwasser, muss es während der Bauzeit abgesenkt werden, meist über Spülfilterbrunnen rund um die Grube. Diese Wasserhaltung braucht eine wasserrechtliche Erlaubnis der Wasserbehörde und läuft Tag und Nacht, bis Bodenplatte und Kellerwände stehen und ausreichend Auflast haben.

Kostenseitig ist das ein eigener Posten: Je nach Wassermenge und Dauer kommen für ein Einfamilienhaus schnell einige tausend bis über zehntausend Euro zusammen. In unserer Bau- und Leistungsbeschreibung ist die Wasserhaltung deshalb ausdrücklich nicht pauschal enthalten, sie wird nach Gutachtenlage konkret kalkuliert. Das ist ehrlicher als ein Festpreis, der den Boden nicht kennt.

Keller, Bodenplatte oder gar nicht erst ins Wasser.

Bei hohem Wasserstand wird der Keller als WU-Konstruktion gebaut, die Weiße Wanne aus wasserundurchlässigem Beton, bei drückendem Wasser nach Wassereinwirkungsklasse W2-E abgedichtet. Das funktioniert zuverlässig, kostet aber spürbar mehr als ein Keller im trockenen Boden.

Manchmal ist die klügste Antwort deshalb die Bodenplatte: Wer auf den Keller verzichtet, bleibt über dem Wasser und spart Wasserhaltung und Sonderabdichtung. Wir rechnen Ihnen beide Varianten mit echten Zahlen gegeneinander, bevor Sie entscheiden.

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