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Dachneigung: Der Winkel mit Folgen.

Die Dachneigung ist der Winkel der Dachfläche gegenüber der Waagerechten, angegeben in Grad. Sie prägt die Silhouette des Hauses, entscheidet über nutzbare Fläche unterm Dach, über die zulässige Eindeckung und über den Ertrag der Photovoltaik. Und häufig schreibt der Bebauungsplan sie schlicht vor.

Thorsten Richter, Inhaber und Geschäftsführer der Mister Hausbau GmbH
Autor: Thorsten RichterInhaber & Geschäftsführer der Mister Hausbau GmbH. Seit 2000 im Massivhausbau in Berlin und Brandenburg, über 6.000 Beratungsgespräche und 750 begleitete Bauvorhaben.

Was der Bebauungsplan erlaubt.

Viele Bebauungspläne in Berlin und Brandenburg setzen Spannen fest, etwa 25 bis 45 Grad für geneigte Dächer, oder lassen umgekehrt nur flach geneigte Dächer zu. Damit steuern Gemeinden das Ortsbild. Vor der Haustypwahl gehört deshalb der Blick in die textlichen Festsetzungen: Ein Satteldachhaus mit 45 Grad nützt nichts, wo maximal 30 erlaubt sind.

Unsere Stadtvilla trägt ihr Walmdach mit 23 Grad Neigung, eine ruhige, flache Silhouette, die in vielen Plangebieten problemlos zulässig ist und zwei echte Vollgeschosse ohne Schrägen ermöglicht.

Technik: Jede Eindeckung hat ihre Mindestneigung.

Dachziegel sind Regenschutz durch Überlappung, deshalb definieren die Hersteller Regeldachneigungen. Der von uns verbaute Tondachziegel funktioniert bei flacheren Neigungen nur mit erhöhten Zusatzmaßnahmen wie verklebter Unterspannbahn, die bei uns ohnehin Standard ist. Unterhalb der technischen Grenze wechselt man auf Blech, Bahnen oder das Flachdach mit Abdichtung.

Auch die Statik spricht mit: Flachere Dächer sammeln mehr Schnee, steilere fangen mehr Wind. Beides steckt bei uns in der objektbezogenen Berechnung, die Dächer sind zudem serienmäßig für die PV-Anlage ausgelegt.

Wohnfläche und Solarertrag.

Im ausgebauten Dachgeschoss gilt: je steiler, desto mehr nutzbare Fläche, denn Raumteile unter einem Meter Höhe zählen bei der Wohnflächenberechnung gar nicht, zwischen einem und zwei Metern nur zur Hälfte. Ein Kniestock hebt die Schräge zusätzlich an. Die Stadtvilla umgeht das Thema komplett, ihre Geschosse sind schrägenfrei.

Für die Photovoltaik sind Neigungen zwischen 20 und 40 Grad bei Südausrichtung nahezu gleichwertig, auch Ost-West-Dächer liefern solide Erträge. Die serienmäßigen 15 Module finden auf allen unseren Dachformen ihren Platz, die Belegung planen wir je Dach individuell.

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